Bankier Max Doertenbach, 1867 - 1960
02.02.1999    |    Frankfurter Allgemeine (FAZ)

"In ausgewählte Wachstumswerte investieren"


Investoren-Strategie-Seminar zur Anlagestrategie 1999
Auch 1999 werden sich auf dem Aktienmarkt für den Anleger eine Fülle von Anlagemöglichkeiten ergeben, die den Anlegern überdurchschnittlich hohe Renditen ermöglichen werden. Das war das Fazit des lnvestoren-Strategie-Seminars der Dr. Thilenius-Management GmbH in Stuttgart. In mehreren Vorträgen wurden die Perspektiven der deutschen Politik nach 100 Tagen Regierungswechsel, die aktuelle Lage der Finanzmärkte und mögliche Anlagestrategien für das Jahr 1999 erörtert.

Rüdiger von Rosen, Geschäftsführer des Deutschen Aktieninstitutes, verwies auf die Zusammenhänge zwischen Aktienmarkt und Beschäftigung. Das Beispiel der Vereinigten Staaten zeige, daß eine Verbesserung der Aktienkultur durchaus auch für mehr Beschäftigung sorgen könne. Dort seien die Beschäftigungsrückgänge in den traditionellen Industrien von den Beschäftigungszuwächsen bei Hochtechnologiefirmen überkompensiert worden. Gerade junge Unternehmen würden in großem Umfang Beschäftigung schaffen, wenn man ihnen das notwendige Startkapital zur Verfügung stellen würde. Die neue Bundesregierung müsse versuchen, über die Förderung der Aktienkultur die Beschäftigung zu fördern. Von Rosen wertete das momentane Umfeld für den Börsenbereich als „erstaunlich gut’: Viele Gesetzesvorhaben seien mit breitem politischen Konsens auf den Weg gebracht worden, und für das kommende Jahr seien viele Börsengänge von Privaten und Unternehmen aus Bundes- und Landesbesitz zu erwarten. Allerdings warnte von Rosen davor, daß sich unter den Neuemissionen auch einige Werte befinden würden, bei denen der Anleger vorsichtig bleiben sollte. Der Weg zu mehr Beschäftigung könnte von Rosen zufolge auch über eine Reform der Alterssicherung erfolgen: In den Vereinigten Staaten würden Pensionsfonds, mit deren Hilfe den Beschäftigten eine kapitalgedeckte Altersvorsorge ermöglicht würde, in großem Umfang kleine, neue Unternehmen finanzieren, die Beschäftigung schaffen würden. Ein solcher Weg wäre auch in der Bundesrepublik denkbar, sagte von Rosen. Zusätzlich sollte man die steuerlichen Anreize zur Altersvorsorge besser gestalten, indem man die Aufwendungen für die Altersvorsorge in die nachgelagerte Besteuerung verlagern würde.

Georg Thilenius, geschäftsführender Gesellschafter der Thilenius Management GmbH, erörterte mögliche Anlagestrategien für das Jahr 1999. Für dieses Jahr erwartet Thilenius ein weltweit niedrigeres Wirtschaftswachstum bei geringer Inflation und niedrigen Zinsen. Die niedrigen Zinsen rechtfertigen seiner Meinung nach auch das Engagement in sorgfältig ausgewählte Aktien mit einem hohen Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV). "Das Kurs-Gewinn-Verhältnis vieler Aktien ist momentan historisch hoch, aber aufgrund der niedrigen Zinsen nicht unangemessen", meint Thilenius. Sollten die Zinsen jedoch steigen, so sei es notwendig, diese Anlagestrategie zu ändern: Da Aktien ‚mit einem hohen KGV sehr verwundbar seien sei es bei steigenden Zinsen ratsam in Werte mit einem niedrigeren KGV zu investieren. Diese seien zwar bei einem Anstieg der Zinsen ebenfalls negativ betroffen, würden aber nicht so stark an Wert verlieren wie Aktien mit hohen Kurs-Gewinn-Verhältnissen. Für 1999 erwartet Thilenius allerdings keinen Anstieg der Zinsen, aber es gelte aufmerksam zu sein: Wenn der Ölpreis und der Preis für Gold beginnen würden, kontinuierlich zu steigen, sei mit einem Anstieg der Inflation und damit verbunden mit einem Anstieg der Zinsen zu rechnen.

Insgesamt investiere die Thilenius Management GmbH auch 1999 wieder in stabile Wachstumswerte mit konstanter, überdurchschnittlicher Gewinnentwicklung und gutem Geschäft in aussichtsreichen Branchen. Dabei bemühe man sich, die Aktien so lange wie möglich zu halten, um die Transaktionskosten der Anlage zu senken. Mit einer solchen Buy-and-hold-Strategie sei ein langfristiger Wertzuwachs von jährlich 15 bis 20 Prozent nach Steuern bei geringem Risiko möglich. Bei der Auswahl der Wachstumsunternehmen stütze man sich nicht nur auf mathematische Verfahren, sondern führe darüber hinaus Gespräche mit den Managern der betreffenden Unternehmen und gegebenenfalls mit Konkurrenten oder unabhängigen Branchenspezialisten. Solche Wachstumswerte sieht Thilenius für 1999 vor allem in den Branchen Pharmazie, Konsumentenprodukte und Technologie. Ein wichtiges Anlagethema für 1999 seien auch Aktien von Internet-Unternehmen. Aktien dieser Unternehmen könnten durchaus eine sinnvolle Ergänzung des Portfolios darstellen, je nach Risikoneigung käme ein Portfolioanteil von 10 bis 30 Prozent in Frage.

Bestätigt sieht sich Thilenius durch die Ergebnisse der vergangenen Jahre: 1997 habe man einen Wertzuwachs von 42 Prozent erzielen können, 1996 seien es immerhin 35 Prozent gewesen.

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